Kaisersaal Schloss Lichtenberg

Schloss Lichtenberg wurde 1570-1581 von Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt, auch „der Fromme“ genannt, erbaut. Es war der erste Renaissance-Bau in ganz Südhessen und hatte mit seinem Architekturstil Modellcharakter für viele andere Gebäude, wie z.B. Teile der Darmstädter Residenz, Rathaus, Jagdschloss Kranichstein u. a.

Der Kaisersaal befindet sich im 1. Stock des Südflügels  des Schlosses, direkt daran grenzt der Ahnensaal (heute Sommergalerie) und darüber lagen die persönlichen Gemächer des Landgrafen selbst. Er ist der größte und am aufwendigsten ausgeschmückte Raum.* Besonders hervorzuheben ist  die historische Stuckdecke aus der Erbauungszeit mit ihrer geometrischen, für Georg I. typischen sachlichen Art. Diese Stuckdecke wurde aufgrund von Vorlagen des italienischen Baumeisters Sebastiano Serlio erschaffen. Weiterhin gab es schöne, aufwendige Innenportale aus hochwertigem Holz, die alle Anfang des 20. Jahrhunderts auf Geheiß des Großherzogs nach Darmstadt ins Schloss gebracht und dort aufgebaut wurden. Leider fielen sie dann dem Feuer im 2. Weltkrieg zum Opfer. Zu Genießen gibt es in Lichtenberg noch den wunderschönen Ausblick aus den zahlreichen Fenstern des Kaisersaals und last but not least einige Dutzend Original-Gemälde des „Odenwald-Malers“ Professor Johannes Lippmann (Georg-Büchner-Preisträger und Ehrenbürger von Lichtenberg), der viele Jahre in Lichtenberg mit seiner Familie gelebt hatte.

Früher zu landgräflichen Zeiten wurden große Feste im Kaisersaal gefeiert und auch heute lebt diese Tradition weiter: zusammen mit  den neu renovierten Räumen der Schlosskapelle und des Standesamtes hat man mit dem Kaisersaal die ideale Location für Hochzeiten. Diesen Raum kann man natürlich auch für andere Anlässe mieten und auch der Kultur- und Verkehrsverein zieht mit seinen klassischen Schlosskonzerten im Kaisersaal viele Kunstfreunde von weither  in das schöne Fischbachtal☺

*Der Name Kaisersaal kommt sehr wahrscheinlich aus der Zeit des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Damals hatte jeder Fürst einen prächtigen, großen Raum bereitzuhalten, falls der Kaiser zu Besuch kam, um vor Ort zu repräsentieren und mit den versammelten Fürsten des Reiches zu beraten.

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