Standesamt Schloss Lichtenberg

Hintergrundinfo zu Führung II: Standesamt Schloss Lichtenberg

Nach einem Inventar von 1582 zufolge bildeten das heutige Trauzimmer, Foyer und Büro zunächst einen Raum, die sogenannte große Eckstube. Damals war das Holzwerk (Balkendecke und Fachwerkwand) grau gestrichen mit schwarzen Begleitern sowie weißen Putzfeldern. Der Fußboden war mit Ziegeln belegt.

Zu Beginn des 18. JH (nachweislich 1704) wurden bei Umbaumaßnahmen im Südflügel die größeren Räume unterteilt, so auch die große Eckstube. Die Fachwerkwand, die den Raum heute noch in Ost-West-Richtung teilt, wurde um 1704 errichtet. Decken und Wände wurden neu angelegt, aber in enger Anlehnung an das vorhandene (also in grau/schwarz).

Ab 1821 dienten die heutigen Räume des Standesamts als Arbeits- und Wohnräume des Justizamtmanns, da das Schloss Sitz des Landgerichts und Rentamts war.

Anfang des 20. JH (zwischen 1907 und 1913) wurden Gästezimmer vom Hotel Schellhaas eingerichtet und nach dem 2. Weltkrieg (ab 1945) wurden die Räume als Wohnungen genutzt bis Ende 2009. Danach begann die Restaurierung und im Sept. 2011 erfolgte die offizielle Übergabe des Standesamts.

Als Leitphase für die Restaurierung wurde der Zustand von 1704 gewählt. Diesem entspricht der erhaltene Raumzuschnitt und die oberen Schichten der erhaltenen historischen Farbfassungen stammen ebenfalls von 1704. (Damit haben Schlosskapelle und Standesamt beide die Ausstattungsphase des frühen 18. JH).

Bei der Restaurierung wurde die farbliche Gestaltung von 1704 neu angelegt (an einigen Stellen wurden originale Felder als Fenster in die Vergangenheit offen gelassen). Die Fensternischen wurden ebenfalls dem vorgefundenen angepasst: graue Farbfassung auf den Sandsteingewänden (anders als in den meisten Schlossräumen). Der Boden im Foyer ist noch der originale historische Ziegelboden!

Die Treppe in den  Garten wurde mit historischer Substanz neu aufgesetzt (diese führte direkt in die Küche vom Südflügel, von der noch heute die Esse erhalten sein soll). Für Hochzeitsgesellschaften ist es ideal, diese historische Treppe in den neu angelegten Renaissancegarten zu nehmen und sich dort aufzuhalten.

Die Sitzmöbel im Trauzimmer für Brautleute, Trauzeugen und Standesbeamten sind aus dem frühen 18. JH (leider nicht von Schloss Lichtenberg).

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